MOONRISE

3D-Laserdruck mit Mondsand

Aktuell sind viele Augen auf den Mond gerichtet: Mit Artemis II flogen erstmals seit mehr als 50 Jahren wieder Menschen Richtung Mond. Auch Pläne zur Erschließung der Mondoberfläche intensivieren sich weltweit. Um auf dem Mond Infrastruktur wie Landeplätze und Wegebauen zu können, wird man andere Materialien und Prozesse nutzen müssen als die auf der Erde etablierten. Wegen der hohen Transportkosten zum Mond arbeiten Forschende daran, dass künftig vor Ort verfügbare Materialien verarbeitet werden können.

Zu diesem Zweck untersuchen im Projekt MOONRISE Forschende des Laser Zentrum Hannover (LZH) und der Technischen Universität Berlin die Möglichkeit, auf dem Mond direkt aus dem dort vorhandenen Mondsand feste Strukturen zu erzeugen. Dieser Mondsand, der wissenschaftlich als „Regolith“ bezeichnet wird, soll in einer Demonstrator-Mission mittels eines Lasers geschmolzen werden. Er erstarrt dann in kompakter Form. Dieses Verfahren ist aus dem 3D-Druck bekannt. Durch Abrastern einer staubbedeckten Fläche mit dem Laser entstehen dadurch flächige Strukturen. Mit künstlicher Intelligenz wird die Umgebungsbeschaffenheit und das erstarrte Material auf dem Mond analysiert. Forschende auf der Erde können auf diese Weise eine KI-basierte Prozess- und Qualitätskontrolle durchführen.

Die aktuellen Entwicklungsarbeiten umfassen verschiedene Bereiche – von der Herstellung synthetischen Mondsands über die Entwicklung des Laser-Schmelzprozesses und die Konstruktion einer Missions-spezifischen Raumsonde bis zum Training einer künstlichen Intelligenz zwecks Bildauswertung.

Auf der ILA werden synthetischer Mondsand in verschiedenen Zusammensetzungen, Schmelzproben und ein Modell der MOONRISE-Nutzlastmit einem potenziellen Lander gezeigt. Der Transport von MOONRISE zum Mond soll im Rahmen des CLPS-Programms (Commercial Lunar Payload Services) der NASA erfolgen.

Gefördert wird das Projekt durch die Deutsche Raumfahrtagentur im DLR mit Mitteln des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR).

Link:

Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
Deutsche Raumfahrtagentur im DLR
E-Mail contact-dlr@DLR.de

Der MOONRISE-Laser schmilzt im Labor erfolgreich ganze Bahnen aus künstlichem Regolith auf. (Foto: LZH)

Perspektivische Verwendung für die MOONRISE-Technologie: Bei Einsatz auf dem Mond können feste Strukturen durch das Aufschmelzen von Regolith mit dem Laser erzeugt werden. (Grafik: LZH)