DLR Award Integriertes Managementsystem

Mit dem Preis „DLR Award Integriertes Managementsystem“ sollen der persönliche Einsatz der Kolleginnen und Kollegen sowie deren Management-Ideen gewürdigt werden, die auf den Grundgedanken der Business Excellence – Kundenorientierung, Prozessoptimierung und Innovation – aufbauen und die nachhaltige Entwicklung im DLR fördern. Dabei spielt nicht nur das Erreichen systematisch gesicherter Qualität in Projekten und Vorhaben oder im Qualitätsmanagement eine Rolle, sondern auch Initiativen auf Gebieten wie Arbeitssicherheit, Umweltschutz, Nachhaltigkeit, Sicherheit oder Energiemanagement.

Ziel des Preises ist zu verdeutlichen und zu honorieren, dass insbesondere die engagierten und innovativen Mitarbeitenden mit ihren kreativen Ideen und ihrer Suche nach der besten Lösung den Erfolg des DLR ausmachen. Neben neuen Ideen in der Forschung werden immer wieder auch Anregungen entwickelt, die organisatorischen Abläufe im DLR so zu gestalten, dass exzellente Wissenschaft ermöglicht, unterstützt und auch geschützt wird.

Jährlich können bis zu drei Einzelpersonen des DLR und ein Zulieferer zur Auszeichnung ausgewählt werden. Auftragnehmer bzw. Zuwendungsempfänger können alle zwei Jahre ausgezeichnet werden.

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In 2020 können alle drei Preistragenden dem Thema Nachhaltigkeit im weitesten Sinne zugeordnet werden. So vielfältig wie Nachhaltigkeit im DLR gesehen und betrieben wird, so vielfältig sind die Ansätze und Verdienste der Kolleginnen und Kollegen, einzelne Aspekte herauszugreifen sowie zu unterstützen und so insgesamt eine Steigerung in den verschiedenen Dimensionen der Nachhaltigkeit sowie Exzellenz im nachhaltigen Forschen im DLR zu generieren.

Preisträgerin:

Angela Seidlitz, Qualitätsbeauftragte des DLR-Instituts für Flugsystemtechnik in Braunschweig

Auszeichnung:

Neues Konzept zur Erhebung von Kundenfeedback

Frau Seidlitz hat ein neuartiges Konzept entwickelt und umgesetzt, um von den Kunden des Instituts Feedback und Rückmeldungen zu erhalten und so die Zusammenarbeit zu verbessern. Ihre Aktivitäten stellen eine innovative Idee dar, althergebrachte Lösungen zur Ermittlung des Kundenfeedbacks auf neue Füße zu stellen und so in den direkten Austausch mit den Kunden zu treten. Eine spielerische sowie den Aufgaben und Forschungsgebieten des DLR-Instituts entsprechende Aufbereitung animiert zum Mitmachen und erzeugt so mehr Resonanz.

Steckbrief der Preisträgerin

Ich bin …

… Angela Seidlitz, Qualitätsbeauftragte am Institut für Flugsystemtechnik.

Ich beschäftige mich mit …

… der Frage, wie das Institut mehr und konkreteres Feedback von Kunden und Projektmitwirkenden erhalten kann, um durch kontinuierliche Verbesserung die bestmögliche Zusammenarbeit und Qualität zu gewährleisten.

Erreicht werden kann dies durch ein hierfür neu entwickeltes interaktives Video. Mit diesem nehmen wir Kunden und Projektmitwirkende mit auf eine kleine Reise hinter die Kulissen unseres Instituts und erheben auf Basis ihrer Interaktionen das Feedback zum Projekt bzw. zur Zusammenarbeit.

Mir wurde der Preis verliehen, weil …

… ich zur Erhebung des Feedbacks von Kunden und Projektmitwirkenden eine innovative Methode entwickelt habe, die qualitativ und quantitativ zu deutlich mehr Rückmeldungen führt als konventionelle Konzepte (z. B. Fragebogen). Darüber hinaus ermöglicht die Methode einen effizienten digitalen Erhebungsprozess.

An dem Projekt hat mich besonders motiviert, dass …

… wir das Erheben von Kunden-Feedbacks völlig neu denken konnten und durften. Das im Team erarbeitete Ergebnis macht neugierig und animiert dazu, uns ehrliches Feedback zu geben. Denn die kontinuierliche Verbesserung unserer Arbeit ist nur durch echtes regelmäßiges Feedback von Externen möglich.

Für die Zukunft würde ich mir wünschen, dass …

… sich die Methode des interaktiven Videos als Standard-Tool im Institut zur Ermittlung von Kunden-Feedbacks etabliert. Die Videosequenzen und Fragen können angepasst und verändert werden, sodass das Interesse und die Rücklaufquote hoch bleiben. Diese Methode kann weiterhin auch für andere Befragungen eingesetzt werden. Vielleicht sogar über die Institutsgrenzen hinaus?!

Videoportrait

Preisträgerin:

Janine Herdel, Abteilungsleiterin Sicherheit und Betriebstechnik, DLR-Institut für Raumfahrtantriebe in Lampoldshausen

Auszeichnung:

Weiterentwicklung des Managementsystems am Standort Lampoldshausen

Aufgrund der großen Mengen von gelagerten Treibstoffen (Wasserstoff und Hydrazin) unterliegt der gesamte Standort Lampoldshausen den Vorgaben der Störfallverordnung und somit der Überwachung des Regierungspräsidiums. Abweichungen von der Störfallverordnung können zum Entzug der Betriebsgenehmigung von Prüfständen und Anlagen führen.

Frau Herdel hat mit der Weiterentwicklung des Managementsystems am Standort Lampoldshausen einen wesentlichen Beitrag zur Erfüllung der gesetzlichen und behördlichen Anforderungen geleistet: und dies nicht nur für das Institut für Raumfahrtantriebe, sondern auch für die am Standort ansässige ArianeGroup, für die Aktivitäten auf der Freistrahlstrecke des Instituts für Technische Physik sowie für alle Mietenden und DLR-Mitarbeitenden in Lampoldshausen.

So übernimmt das Institut und respektive Frau Herdel standortweite Aufgaben, zu denen sowohl die sicherheitstechnische Überwachung des Geländes, die Koordination des Versuchsbetriebs als auch die Versorgung mit Strom, Wasser und Wärme gehören. Zudem stellt das Institut den Störfallbeauftragten.
Die Aktivitäten von Frau Herdel stellen einen wesentlichen Beitrag dar, rechtliche Risiken für das DLR zu minimieren.

Steckbrief der Preisträgerin

Ich bin …

… Janine Herdel und arbeite im Institut für Raumfahrtantriebe in Lampoldshausen. Ich leite dort die Abteilung Sicherheit und Betriebstechnik.

Ich beschäftige mich …

… mit der Sicherstellung des geregelten Betriebs der Versuchs- und Versorgungsanlagen sowie den kritischen Infrastrukturen. Am DLR-Standort Lampoldshausen testen wir u. a. Raketentriebwerke mit Flüssigtreibstoffen. Aufgrund der gelagerten Menge an Treibstoffen gilt der Standort gemäß der 12. BlmschV (Störfallverordnung) als Störfallbetrieb der oberen Klasse.

Die für uns maßgeblichen Sicherheitsanforderungen gehen dabei weit über das gesetzlich geforderte Maß hinaus. Unser oberstes Ziel ist dabei der Schutz von Mensch, Umwelt und technischen Anlagen.

Mir wurde der Preis verliehen, weil …

… die Anforderungen aus der Fülle an einschlägigen Gesetzen, Verordnungen, Normen, Managementsystemen und insbesondere auch aus der Störfallverordnung so analysiert wurden, dass Synergien und Schnittstellen sichtbar werden. Die Besonderheit besteht darin, dass durch die Störfallverordnung das für den Standort geforderte Sicherheitsmanagementsystem in das Integrierte Managementsystem des DLR im Institut überführt wurde.

An dem Projekt hat mich besonders motiviert, dass …

… man es jeder mitarbeitenden Person leicht machen soll, Sicherheit als einen selbstverständlichen Bestandteil der täglichen Arbeit zu sehen. Wir können und dürfen uns bei der Arbeit mit Treibstoffen keine Fehler leisten.

Für die Zukunft würde ich mir wünschen, dass …

… Lampoldshausen auch weiterhin im DLR ganz weit vorne steht, was Standortsicherheit, Anlagensicherheit und Arbeitsschutz angeht. Und wir hoffen, dass wir in Zukunft dieses Know-how in einer eigenen Forschungsgruppe ausbauen können.

Videoportrait

Preisträger:

André Pliewischkies, Wissensmanager, Abteilung Strategische Services im DLR Köln-Porz

Auszeichnung:

DLR.Wiki – die Verknüpfung von Managementsystemen und der täglichen Arbeit

Wissensgewinn, Wissensverbreitung und Wissenserhalt sind gerade für eine Forschungseinrichtung wie das DLR ein ganz wichtiger Beitrag, um nachhaltig zu agieren. Das DLR.Wiki wurde in erster Linie als Plattform für den Informationsaustausch etabliert. Darüber hinaus hat es sich zu einem der wesentlichen Tools in der Darstellung und Weiterentwicklung von Managementsystemen im DLR entwickelt.

Die spannendere Form der Darstellung und des aktiveren Umgangs mit Managementsystemen im Wiki – im Vergleich zu möglichen Darstellungsformen mittels anderer Tools – ermöglicht die stärkere Mitarbeit und Einbeziehung der Mitarbeitenden in die Gestaltung und Verbesserung von Managementsystemen, Prozessen und Vorgehensweisen. So gelingt die Verknüpfung zwischen den Managementsystemen und der täglichen Arbeit jeder und jedes Einzelnen und wird zum integralen Bestandteil der Arbeit.

Herrn Pliewischkies gelingt es, durch aktive und kundenorientierte Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen aus den verschiedenen Instituten und Einrichtungen des DLR neben individuellen Lösungen immer auch den Wissenstransfer über die Institutsgrenzen hinaus zu heben, so die Möglichkeiten des Wikis aufzuzeigen und an die Mitarbeitenden des DLR zu vermitteln.

Steckbrief des Preisträgers

Ich bin  …

… André Pliewischkies aus der Abteilung Strategische Services und Wissensmanager mit Leib und Seele.

Ich beschäftige mich  …

… mit der Gestaltung von Rahmenbedingungen für den Austausch, damit Wissen und Informationen diejenigen erreichen, die sie nutzen und brauchen. Mit neuen Methoden und Konzepten der Zusammenarbeit innerhalb und außerhalb des Wikis wirken die Beteiligten integrativ und schaffen Mehrwerte, nicht nur am eigenen Arbeitsplatz.

Mir wurde der Preis verliehen, weil …

… ich den Managementsystemen mehr biete, als nur dokumentiert zu sein: Sie erhalten durch die Art und Weise der Aufbereitung von qualitätsrelevanten Inhalten im Wiki eine größere Reichweite und höhere Wahrnehmung. Gleichzeitig schaffen wir die Basis, die Managementsysteme untereinander zu verbinden. Wir brechen dabei bewusst festgetretene Paradigmen nach dem Motto: „Stop reinventing the wheel – focus on making the hamster smarter“.

An dem Projekt hat mich besonders motiviert, dass …

… sich allein durch eine neue Form der Datenaufbereitung der Umgang zwischen den DLR-Mitarbeitenden verändert. Die Arbeit wird für alle Beteiligten erträglicher – dies ist mein Beitrag.

Für die Zukunft würde ich mir wünschen, dass …

… die Mitarbeitenden in dem DLR.Wiki nicht nur ein Softwareprodukt sehen, sondern es als Möglichmacher für ein größeres Zusammenspiel mit Menschen auf Basis von vernetzten Informationen betrachten.

Videoportrait

Preisträgerinnen und Preisträger

Isabel Gerhardt hat mit viel Engagement nicht nur das Managementsystem des Instituts für Antriebstechnik aufgebaut und stetig weiterentwickelt, sondern sie repräsentiert auch als qualifizierte und akkreditierte Auditorin das DLR in der Luft- und Raumfahrtindustrie für die DIN EN ISO 9100. Frau Gerhardt fördert so das positive Bild bei Kunden, Lieferanten und Partnern. Die in den Audits gewonnenen Erfahrungen und das Know-how bringt sie als Wissenszuwachs in das DLR zurück und unterstützt die Institute und Einrichtungen, die die Umsetzung der Anforderungen einer DIN EN ISO 9100 planen.

Carmen Westphal als Leiterin des statischen Prüflabors, Dr.-Ing. Paul Lorsch als mehrjähriger Leiter des dynamischen Prüflabors und Michael Renker als Managementbeauftragter des Instituts für Faserverbundleichtbau und Adaptronik haben bisher einzigartig für das DLR, die vom Kunden Airbus gestellten Anforderung als akkreditierter Zulieferer für die Luft- und Raumfahrtindustrie mit Zertifizierungen gemäß DIN EN ISO/IEC 17025 (Laborakkreditierung) und NADCAP (National Aerospace and Defense Contractors Accreditation Program) sowie dem Aufbau eines Managementsystems nach DIN EN ISO 9100 (Luft- und Raumfahrt) umgesetzt und so Neuland für Forschungseinrichtungen betreten. Von ihren Erfahrungen können nun andere Institute und Einrichtungen des DLR profitieren. Das statische Prüflabor im Institut für Faserverbundleichtbau und Adaptronik ist die erste Einrichtung im DLR und eines von wenigen Laboren in der Bundesrepublik, das für spezielle Prüfungen nach NADCAP akkreditiert ist. Diese Akkreditierung hat einen hohen Stellenwert im Bereich der internationalen Luftfahrtkonzerne.

Torsten Betz, Technische Infrastruktur, hat als Projektleiter maßgeblich dazu beigetragen, im DLR in einem sehr kurzen Zeitraum ein Energiemanagementsystem nach DIN EN ISO 50001 aufzubauen und einzuführen. Mit diesem System kommt das DLR nicht nur den erweiterten gesetzlichen Anforderungen nach, es schafft darüber hinaus eine Verbesserung der Transparenz der Energieverbräuche, des Verrechnungssystems und dadurch eine effizientere Nutzung der Ressource Energie für das gesamte DLR. Durch das Energiemanagementsystem können nicht nur die Energieflüsse im DLR nachvollzogen, sondern auch geeignete Energieeffizienzmaßnahmen abgeleitet, bewertet und umgesetzt werden. Gerade die Sichtbarkeit des DLR mit seinem Energiemanagement ist ein weiterer entscheidender Pluspunkt.

v. l.: Michael Renker, Stephan Bonk, Isabel Gerhardt, Klaus Hamacher, Torsten Betz, Dr. Paul Lorsch

Preisträgerin und Preisträger

Petra Kontny ist Leiterin der Arbeitsgruppe „Nachhaltigkeit“ im Projektträger des DLR. Sie hat in den letzten ca. sieben Jahren viele Mitarbeitende und Führungskräfte aus allen Bereichen des Projektträgers eingebunden, verschiedenste Maßnahmen konzipiert sowie umgesetzt und damit Nachhaltigkeit im Projektträger wirksam vorangebracht. Mit vergleichsweise einfachen und praktikablen Maßnahmen für die ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit wird so ein großer Mehrwert insbesondere für den Projektträger, aber auch für das DLR allgemein generiert.

Dr. Matthias Weiland treibt als Managementbeauftragter des Instituts für Aerodynamik und Strömungstechnik das Managementsystem im Institut voran. Dies ermöglicht den Mitarbeitenden und Führungskräften eine stabile Basis für die Umsetzung ihrer wissenschaftlich-technischen Leistungen. Mit seiner Expertise agiert Herr Dr. Weiland seit vielen Jahren als Treiber für das gesamte DLR-Managementsystem, an dessen Weiterentwicklung er im sogenannten „Arbeitskreis Qualität“, als DLR-Auditor und auch als Verfechter eines konsequenten Wissensaustausches mit und zwischen den Instituten und Einrichtungen des DLR intensiv mitwirkt.

v. l.: Stephan Bonk, Dr. Matthias Weiland, Petra Kontny, Klaus Hamacher