DLR.IDEA AWARD

Jedes Jahr sucht das DLR-Technologietransfer zur Generierung von Innovationsprojekten die besten Innovationsideen zu einem Zukunftsthema und prämiert eine/n Preisträger/in oder ein gesamtes Team mit dem DLR.IDEA AWARD. Der Wettbewerb richtet sich an DLR-Kolleginnen und -Kollegen, die eigenständig oder unter Gleichgesinnten sowie mit ausgewählten Industrieunternehmen gemeinsam neue kreative und unkonventionelle Ideen formulieren und im Nachgang möglichst zu Innovationsprojekten weiterentwickeln wollen.

Der diesjährige DLR. IDEA AWARD 2021 „Grüne Baustelle – CO2-freie Produktion“ sucht eine kreative Idee, um die Transformation von einem CO2-reichen hin zu einem fossil-freien Zeitalter zu ermöglichen.

Europa legt große Hoffnung auf die Dekarbonisierung der Wirtschaft. Unser Ziel ist es, Städte beim Übergang zu ressourcenschonendem, emissionsfreiem Bauen zu unterstützen, damit Millionen von Einwohnern in Städten auf der ganzen Welt gesündere Gebäude und eine bessere Luftqualität geboten werden kann. Baumaterialien und der Bausektor sind in einem hohen Maße für den weltweiten Ressourcenverbrauch verantwortlich, Baustellen für eine erhebliche Luft- und Lärmbelastung, die mit Bautätigkeiten, dem Einsatz von Dieselmaschinen, Lkw-Bewegungen und Verkehrsstaus verbunden sind.

Innovationsideen können direkt im DLR.IDEASPACE eingereicht werden. Dort gibt es die Möglichkeit, originelle Inspirationen zu möglichen Innovationsideen mit Kolleginnen und Kollegen im DLR zu teilen.

Hinweis: Diese Plattform steht nur DLR-Mitarbeitenden zur Verfügung.

Die Idee „H2-EXPANSIONSMASCHINE“ beschreibt das System einer Wasserstoff-Expansionsmaschine, die für den Einsatz in PKWs, LKWs und baustellentauglichen Fahrzeugen mit Wasserstoffantrieb vorgesehen ist. Im Projekt werden sowohl das Energie- als auch das Markt-Potential dieser Expansionsmaschine untersucht.

Nicolas Muck
Steffen Wieser

DLR-Institut für Fahrzeugkonzepte
Abteilung für Fahrzeug Energiekonzepte

Steckbrief der Preistragenden

Wir sind …

Nicolas Muck und Steffen Wieser, beide aus der Abteilung für Fahrzeug Energiekonzepte des DLR-Instituts für Fahrzeugkonzepte in Stuttgart.

Wir beschäftigen uns mit …

der Entwicklung von effizienten Antriebssystemen für unterschiedliche Fahrzeugplattformen mit Brennstoffzellen. Ziel ist es, die Brennstoffzellentechnologie als Teil der Mobilität zu etablieren und weiterzuentwickeln.
Im Projekt HyEx untersuchen wir das Energie- und Marktpotential eines Expansionsmaschinen-Generator-Systems, welches zwischen Druckspeicher und Fahrzeug-Brennstoffzelle integriert wird und die bislang nicht genutzte potentielle Energie des komprimierten Wasserstoffs verwendet, um dadurch dem Fahrzeug zusätzliche elektrische Energie bereitzustellen.

Uns wurde der Preis verliehen, weil …

wir einer Idee nachgehen, die aus dem gesamten energieerzeugenden System, bestehend aus Brennstoffzelle und Drucktank, durch eine zusätzliche Komponente und ohne die Zunahme von weiterem Kraftstoff mehr Energie erzeugen kann. So steigern wir den Gesamtwirkungsgrad des Fahrzeugs und erzielen dadurch beispielsweise eine höhere Reichweite oder eine höhere Gesamtleistung. Gleichzeitig verbessern wir die Well-to-Wheel-Energiebilanz des Brennstoffzellen-Fahrzeugs. Da hiermit der Energieaufwand für das Komprimieren des Wasserstoffs an der Tankstelle bei der Expansion im Fahrzeug teilweise wieder zurückgewonnen werden kann.

An dem Projekt hat mich besonders motiviert, dass …

mit dieser Innovationsidee die Brennstoffzellentechnologie gegenüber der rein batterieelektrischen Mobilität bereits in kleineren Fahrzeugklassen konkurrenzfähiger und die Reichweite von Brennstoffzellen-Fahrzeugen noch weiter gesteigert werden kann.

Für die Zukunft würden wir uns wünschen, dass …

die Wasserstoff-Expansionsmaschine sich auf dem Markt etabliert und dazu beiträgt, die Effizienz von Fahrzeugen mit Wasserstoffantrieb zu verbessern.

o.: Nicolas Muck
u.: Steffen Wieser

Die Idee „Upcycling Biopolymer-Aerogelverpackungen“ beschreibt die Vision einer abfallfreien Wirtschaft. In dem Projekt werden Chitin- und Chitosan-basierte Aerogele zur Reduktion von Kunststoff-Abfällen hergestellt und neue Anwendungen im Vergleich zu bestehenden Lösungen wie etwa der Frischebox und dem Isopack identifiziert.

Preistragende:

Prof. Dr. Barbara Milow
Dr. Kathirvel Ganesan
Philipp Niemeyer
Dr. René Tannert
Dr. Pascal Vöpel

DLR-Institut für Werkstoff-Forschung,
Abteilung Aerogele und Aerogelverbundwerkstoffe

Steckbrief der Preistragenden

Wir sind …

… ein interdisziplinäres Team aus Mitarbeitenden der Abteilung Aerogele und Aerogelverbundwerkstoffe des Instituts für Werkstoff-Forschung in Köln: Prof. Dr. Barbara Milow, Dr. Kathirvel Ganesan, Philipp Niemeyer, Dr. René Tannert und Dr. Pascal Vöpel.

Wir beschäftigen uns mit …

… der Entwicklung von Aerogelen und deren Verbundwerkstoffen für marktnahe Anwendungen. Ziele unserer Entwicklungen sind unter anderem die Steigerung der energetischen Effizienz mobiler und stationärer Systeme, die elektrochemische Ladungsspeicherung als auch Gasadsorption.

Im Speziellen entwickeln wir im Innovationsprojekt CHIARA neue Werkstoffe und einen Demonstrator für biokompatible Verpackungen mit Isolationswirkung. Diese basieren auf nachwachsenden Rohstoffen wie Cellulose, Chitin oder Chitosan.

Uns wurde der Preis verliehen, weil …

… wir in unserem Projekt eine nachhaltige Alternative für klassische Verpackungsmaterialien aus XPS/EPS (wie z. B. Styropor) aufzeigen, die schon bei der Materialauswahl startet, auf nachwachsende Rohstoffe setzt, Konzepte zum Herstellungsprozess einbindet und als Produkt biologisch abbaubar ist. So leisten wir einen aktiven Beitrag zur Senkung des CO2-Fußabdrucks und der Umweltverschmutzung.

An dem Projekt hat uns besonders motiviert, dass …

… die Technologie der Aerogele Einzug in einen dynamischen Markt erhalten kann. Neue Regularien und Gesetze führen zum Ersatz besonders unverträglicher Systeme. Aerogele haben das Potenzial, an diese Stelle zu treten und die Nachhaltigkeit des Sektors zu bestimmen.

Für die Zukunft würden wir uns wünschen, dass …

… eine Art „Roll-out“ stattfinden wird und auch in anderen Bereichen/Sektoren diese Isolationsstoffe aus nachhaltigen Rohstoffen dominieren. Klassische Isolationsmaterialien sollen auf lange Sicht verdrängt werden.

o. l.: Dr. Kathirvel Ganesan
o. r.: Prof. Dr. Barbara Milow
m. l.: Philipp Niemeyer
m. r.: Dr. Pascal Vöpel
u. l: Dr. René Tannert

Videoportrait

Die Idee „Artificial Intelligence Model for Retinal Diagnostics in Earth and Space Medicine – RETINA Diagnostic“ ermöglicht die Detektion von mikrozirkulatorischen und strukturellen Veränderungen am Augenhintergrund, im Gehirn und an anderen lebenswichtigen Organen. Autonome Funktions- sowie Regulationsstörungen im menschlichen Organismus, beispielsweise Bluthochdruck oder Diabetes Mellitus, können als Sekundärbefunde erhoben werden. Ganz besonders vielversprechend ist dieser pathophysiologisch und KI-basierte Ansatz auch für ein Diagnostikkonzept mit Applikationen in der Unfall- und Rettungsmedizin sowie Mobile Home Care.

Preistragende:

Dr. med. Claudia Stern
Scott Ritter

DLR-Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin,
Abteilung Klinische Luft- und Raumfahrtmedizin

Weitere Informationen zu den Preistragenden des DLR.IDEA AWARD 2019 zum Thema „Digitale Services“ finden Sie unter: Retinal Diagnostik (nur für DLR-Mitarbeitende nutzbar)

v. l.: Klaus Hamacher, Dr. Claudia Stern, Scott Ritter, Dr. Rolf-Dieter Fischer

Mit der Idee „Nachgiebige Roboterhände zum feinfühligen Greifen von Lebensmitteln“ hat das Institut für Robotik und Mechatronik einen nachgiebigen Greifer entwickelt, der die Fähigkeit besitzt, die Position, Kraft und Steifigkeit seiner Finger getrennt voneinander einzustellen. Diese Technologie ermöglicht es, das Objekt stabil mit einer hohen Anzahl an Kontaktpunkten sicher in einem sogenannten Käfiggriff zu umschließen, ohne dabei zu viel Kraft auf das Objekt aufzubringen.

Preistragende:

Werner Friedl
Hannes Höppner
Dr. Maximo Alejandro Roa Garzon
Florian Schmidt
Ashok Meenakshi Sundaram
Tilo Wüsthoff

DLR-Institut für Robotik und Mechatronik,
Abteilungen Autonomie und Fernprogrammierung und Mechatronische Systeme

v. l.: Klaus Hamacher, Tilo Wüsthoff, Florian Schmidt, Roboter Rollin‘ Justin, Werner Friedl, Prof. Hannes Höppner, Dr. Rolf-Dieter Fischer

DLR.IDEASPACE dient als Austausch- und Entwicklungsplattform für Innovationsideen und bildet einen wesentlichen Baustein im Ideen- und Innovationsmanagementsystem des DLR. Sie unterstützt die Generierung, Erfassung, Diskussion und Entwicklung von Innovationsideen und steht allen DLR-Mitarbeitenden über das DLR-Intranet jederzeit und überall zur Verfügung. DLR.IDEASPACE ermöglicht es allen Mitarbeitenden, sich im DLR mit Inspirationen und Ideen zu Innovations- und Zukunftsthemen direkt zu beteiligen.

Hier geht es zum DLR.IDEASPACE (nur für DLR-Mitarbeitende)

DLR.IDEASPACE kurz in drei Sätzen!

Die Intranetplattform DLR.IDEASPACE ermöglicht es allen Mitarbeitenden im DLR, sich mit eigenen kreativen Ideen einzubringen und sich institutsübergreifend stetig zu verschiedenen DLR-relevanten Innovationsthemen auszutauschen und zu vernetzen.

Im DLR.IDEASPACE findet man Mitwirkende für Ideen und kann sich mit anderen DLR-Expertinnen und -Experten austauschen mit der Möglichkeit, im Team moderiert neue Innovationsthemen zu explorieren, gemeinsam Innovationsprojekte zu initiieren, auszuarbeiten und im besten Fall mit finanzieller Unterstützung sowie der Vermarktungsexpertise vom DLR-Technologiemarketing umzusetzen.

DLR.IDEASPACE fördert damit in allen Bereichen des DLR die Innovationskultur und den Ausbau einer aktiven DLR-Innovationscommunity!