Spectrum AnaLysis SATellite
SALSAT ist eine Nanosatellitenmission der Technischen Universität Berlin. Ihr Ziel ist, die Nutzung des elektromagnetischen Spektrums im Erdorbit systematisch zu erfassen und zu analysieren. Angesichts der stetig wachsenden Anzahl satellitengestützter Anwendungen gewinnt die effiziente und störungsfreie Nutzung von Funkfrequenzen an Bedeutung.
Die Mission misst die spektrale Belegung in verschiedenen Frequenzbändern. An Bord befindet sich ein Software Defined Radio (SDR), das Signale detektiert, charakterisiert und hinsichtlich Intensität sowie zeitlicher und räumlicher Verteilung auswertet. So entsteht ein differenziertes Bild der aktuellen Frequenznutzung im Orbit.
SALSAT wurde 2020 gestartet und über einen Zeitraum von vier Jahren betrieben. In dieser Zeit wurden umfangreiche Messdaten insbesondere im Amateurfunkbereich mit Schwerpunkt im UHF-Band erhoben. Diese sind in einer Open-Access-Datenbank zugänglich und können als Rohdaten und als Wasserfalldiagramm abgerufen werden. Spezifische Datensätze für weiterführende Analysen und zukünftige Missionskonzepte können bereitgestellt werden.
Diese Daten leisten einen Beitrag zum besseren Verständnis von Interferenzen und zur Bewertung der tatsächlichen Auslastung des Spektrums. Sie können in die Weiterentwicklung regulatorischer Ansätze sowie in das Frequenzmanagement künftiger Raumfahrtsysteme einfließen.
Neben dem wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn dient SALSAT auch als Technologieplattform: Neue Ansätze in den Bereichen On-Board-Datenverarbeitung, Missionsbetrieb und Systemintegration werden unter realen Bedingungen erprobt. Damit dient die Mission auch zur methodischen Weiterentwicklung und zur Ausbildung im universitären Umfeld.
RACCOON IOD soll diesen Ansatz weiterentwickeln: Mehrere CubeSats sollen koordiniert eingesetzt werden, um Funksignale durch Triangulation räumlich zu lokalisieren. Der Start dieser Mission ist für das Jahr 2028 vorgesehen.
SALSAT wird durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) über die Deutsche Raumfahrtagentur im DLR gefördert.
Link:
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
Deutsche Raumfahrtagentur im DLR
E-Mail contact-dlr@DLR.de

