Robuster Rover zur Erforschung von Höhlen auf Mond und Mars
Der Scout Rover basiert auf felgenlosen Rädern und verwendet ein modulares Designkonzept. Er besteht aus einem Hauptmodul, in dem die Steuerungshardware, ein Satz Aktuatoren sowie Batterien untergebracht sind. Zusatzmodule beherbergen jeweils einen Satz Aktuatoren und bieten Platz für über zehn Kilogramm Nutzlast. In der Basiskonfiguration werden drei Module mit sechs Rädern verwendet.
Die nachgebenden Speichen sowie die flexiblen „Wirbel“ zwischen den drei Modulen sorgen für die Anpassung des Scout Rovers auch an unebenes Gelände beziehungsweise lockeren Untergrund sowie die nötige Stoßdämpfung. Die Räder werden in bionischen Phasenverschiebungsschemata koordiniert, um die Geländegängigkeit zu maximieren. Der Rover wurde auf der Erde mit einer Fallhöhe von mehr als 1,5 Metern getestet. Die Speichen können abgetrennt werden, wenn sie im Untergrund steckenbleiben, und das System kann sich auch selbständig aus einer Seitenlage aufrichten. Es werden nur die entscheiden Aktuatoren verwendet, um die Anzahl potenzieller Fehlerquellen zu reduzieren.
Weitere Testkampagnen sind für größere Fallhöhen von bis zu zehn Meter geplant. Die verringerte Schwerkraft auf Mars und Mond wird die Überlebensfähigkeit beim Fall des Rovers noch weiter erhöhen. Die besondere Widerstandsfähigkeit gegenüber Stößen macht den Scout Rover unter anderem ideal für die Erforschung von Höhlen, wo selbst smarte Systeme kleinere Zwischenfälle wie das Hinunterfallen in einen Schacht oder einen abrupten, stufenartigen Fall nicht vermeiden können.
Das Ziel des Projekts ist es, auf Himmelskörpern wie Mond oder Mars nach Höhlen zu suchen und einen Satz Sensoren auszusetzen. Eine optische Kamera kommt ebenfalls zum Einsatz, um Bilder im sichtbaren Spektrum für die Orientierung beziehungsweise den geografischen Kontext zu liefern. Mit einer Kombination aus der Navigations-Suite und den Kommunikations-Modulen lassen sich Höhlengänge auch vermessen, um Karten zu erstellen, wie es auch in der Höhlenforschung auf der Erde üblich ist.
Link:
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
Institut für Robotik und Mechatronik
E-Mail contact-dlr@DLR.de


